Samstag, 3. März 2012

schämen, ekelhaft, alles rausschneiden, das fett loswerden. ich kranke hure.

ich bin ein krankes Mädchen, auf einer kranken Welt, umgeben von kranken Menschen, die kranke Dinge tun. Ich bin eine einsame Seele, auf einer einsamen Welt, umgeben von einsamen Personen, die in ihrer Einsamkeit versinken.
Ich bin nicht alleine, ich lebe auf einem überfüllten Planeten, ich bin umgeben von Frauen, Männern, Kindern, Babys, ich schwimme in einer Masse von Menschen, und mein Schicksal teilen so viele Personen.
Ich bin unauffällig, ich bin ein schwarzer Punkt in einem Meer aus schwarzen Punkten, um mich herum nur schwarze Punkte, aber ich fühle mich grün und blau und rot und gelb kariert. Bunt. Nicht weil ich glücklich bin, nicht weil ich es so will, nicht weil ich besonders gut oder schön wäre, sondern weil ich abstoßend bin. Dick und fett und schwach und vollgefressen. Und versunken in Selbstmitleid. Durchbohrt von Blicken der Menschen auf den Straßen, die in mein Zimmer und durch meine Kleidung sehen können. Auf meinen Bauch, der aus tausenden Fettrollen besteht, und auf meine Beine, die wie Baumstämme mit wabbeligem Inhalt wirken, und auf meine Arme, die wie Fleischsäcke die jeden Moment platzen können herumschlabbern, ohne Kraft, ohne Muskeln, ohne Knochen, ich bestehe aus nichts von alldem. Nicht aus Wasser und Blut, Wasser ist gut, Wasser ist rein, ich bin unrein, ich bin ekelerregend, Blut ist schön, Blut zeigt, dass ich lebendig bin, aber so ist es nicht, wenn ich mir in den Arm schneide tritt keine dicke, rote Flüßigkeit hervor, sondern Fett. Nur Fett. Als hätte man seine Klinge in die Folie einer Butter gestoßen. Und egal wie sehr das Fett versucht, einem vorzugaukeln, es wäre nicht da, ich merke es, ich spüre es, ich weiß es! Seinen dunklen, dem Blut so ähnlichen Tarnmantel kann es ablegen, wegwerfen, ich habe es durchschaut! Vielleicht sollte ich mir alle dicken, abscheulichen Stellen meines Körpers aufschneiden, damit das überschüssige Zeug endlich raus kann!
Ich schneid mir alle Haare ab, ich hasse mein Gesicht, mein Körper ist ein Schlachtfeld, und mein Spiegel mein größter Feind. Oder mein bester Freund. Wenigstens ist er ehrlich. Denn ich weiß, das mir alle Menschen Lügen erzählen, wenn sie sagen ich bin dünn. So ist es nicht.
Ich bin fett. fett. fett. fett. fett. fett. zum Kotzen so fett. fett. fett. fett.

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Engel.